Evaluation Inklusives Auslandsengagement

Laufzeit

Juli 2017 – Juli 2020

Hintergrund

Behinderung und Entwicklungszusammenarbeit e.V. (bezev) startete im Frühjahr 2017 das Modellprojekt "Teilhabe fördern: Inklusion von Menschen mit Beeinträchtigung/ Behinderung im Rahmen von internationalem Engagement", das von INBAS-Sozialforschung wissenschaftlich begleitet wird.

Wie die Evaluation der Inlandsfreiwilligendienste zeigt, sind Menschen mit Beeinträchtigung/ Behinderung unter den Freiwilligen unter 27 Jahren mit 1% (anerkannte Behinderung) etwas seltener vertreten als dies in der altersgleichen Bevölkerung (2% zwischen 15 und 24 Jahre) der Fall ist. Der Anteil der Teilnehmenden ab 27 Jahren mit einer anerkannten Behinderung ist dagegen höher als in der altersgleichen Bevölkerung.

An den Auslandsfreiwilligendiensten nehmen jedoch bislang kaum Menschen mit Beeinträchtigung/ Behinderung teil. Bspw. hatten 2013 unter allen rd. 3.500 weltwärts-Freiwillige weniger als 10 Personen eine Behinderung (vgl. http://www.weltwaerts.de/de/id-03122014-ergebnisse-der-freiwilligenbefragung-veroeffentlicht.html).

Das Projekt von bezev fokussiert auf bestehende Beratungsstellen und Entsendeorganisationen für Auslandsaufenthalte und Auslandsfreiwilligendienste. Diese sollen dazu befähig werden, Menschen mit Beeinträchtigung/ Behinderung barrierefrei über Möglichkeiten des Auslandsengagements zu beraten und sie auf ihrem Weg ins Auslandsengagement zu begleiten. Ein Schwerpunkt des Projekts besteht darin, die Organisationen zu vernetzen und dahin gehend zu begleiten und beraten, dass sie künftig selbständig inklusiv arbeiten können.

Dabei richtet sich das Projekt an die folgenden Organisationen

  • Beratungsstellen, die Menschen mit und ohne Beeinträchtigung/ Behinderung zu Wegen ins Ausland beraten,
  • Träger der Behindertenhilfe, Selbst- und Interessensvertretungsorganisationen von und für Menschen mit Beeinträchtigung/ Behinderung sowie weitere Organisationen, in denen Menschen mit Beeinträchtigung/ Behinderung leben, lernen, arbeiten oder beraten werden sowie
  • Zentralstellen und Entsendeorganisationen, welche mit diversen Programmen des Auslandsengagements arbeiten und die die inklusive Entsendung durchführen.

Darüber hinaus werden Einzelpersonen mit unterschiedlichen Beeinträchtigungen/ Behinderungen (beispielsweise zurückgekehrte Freiwillige) in das Projekt einbezogen.

Zielsetzung

Die Evaluation ist formativ (begleitend und entwickelnd) angelegt und konzentriert sich daher auf Analysen auf der Struktur- und Prozessebene. Im Mittelpunkt stehen dabei die Organisationen, die beraten, begleitet, vernetzt und befähigt werden sollen. Gleichwohl werden auch die Erfahrungen, die Menschen mit Beeinträchtigung/ Behinderung mit der Beratung und Begleitung durch die Entsendeorganisationen und Beratungsstellen gemacht haben, einbezogen.

Im Kern zielt die begleitende Evaluation auf die Verbesserung der Ansprache, Beratung und Begleitung von Menschen mit Beeinträchtigung/ Behinderung durch die beteiligten Organisationen. Dazu sind folgende Fragen zu beantworten:

  • Welche Erfahrungen haben die Organisationen mit der Ansprache, Beratung und Begleitung von Menschen mit Beeinträchtigung/ Behinderung gemacht? Welche Vorbehalte und Barrieren gibt es?
  • Welche Unterstützungs- und Beratungsbedarfe haben die Organisationen, um die Ansprache und Begleitung von potentiellen Freiwilligen auf die Aspekte Inklusion und Barrierefreiheit hin anzupassen?
  • Wie können Erfahrungsaustausch und Vernetzung dieser Organisationen initiiert und nachhaltig gestaltet werden?

Arbeitsweise

In der begleitenden Evaluation kommen gleichermaßen qualitative und quantitative Methoden im Rahmen verschiedener Erhebungen unter den beteiligten Akteursgruppen und ehemaligen Freiwilligen zum Einsatz. Daneben werden die Anliegen und Anfragen von Organisationen sowie die Aktivitäten von bezev im Rahmen eines Monitorings erfasst.

Die Erhebungen werden zumeist als teilstandardisierte schriftliche Online-Erhebungen durchgeführt und durch telefonische Leitfadengespräche ergänzt. Im Rahmen von Arbeitsgruppen- und Vernetzungstreffen werden Gruppeninterviews durchgeführt.

Die erhobenen Daten werden – angepasst an die jeweilige Erhebungsmethode bzw. Datenlage – inhaltsanalytisch ausgewertet oder einer quantitativen Analyse unterzogen.

Ergebnisse

Die Monitoring- und Befragungsergebnisse werden regelmäßig an bezev zurückgekoppelt, im ein bis zwei Mal jährlich tagenden Projektbeirat präsentiert und diskutiert sowie im Rahmen eines Auswertungsberichts zusammengefasst.

Ansprechpartnerin

Susanne Huth