Analyse der Bedeutung des Bundesfreiwilligendienstes in Ostdeutschland für Teilnehmerinnen und Teilnehmer ab 27 Jahren

Laufzeit

Oktober 2017 – Mai 2018

Hintergrund

Von 2012 bis 2015 führte INBAS-Sozialforschung gemeinsam mit INBAS und ISG im Auftrag des Bundesministeriums für Familie, Senioren, Frauen und Jugend die gemeinsame Evaluation des Gesetzes über den Bundesfreiwilligendienst (BFDG) und des Gesetzes zur Förderung von Jugendfreiwilligendiensten (JFDG) durch. Dabei zeigte sich, dass Anfang 2012 28% der Teilnehmenden im BFD 27 Jahre und älter waren (davon 16% im mittleren Erwerbsalter von 27 bis 50 Jahren, 12% im höheren Erwerbsalter von 51 bis 65 Jahren und 1% im Seniorenalter über 65 Jahren) (vgl. Huth et al. 2015: 30).

Diese Zahlen haben sich bis heute kaum verändert: Im April 2017 waren 28% der Teilnehmenden im BFD 27 Jahre und älter (17% zwischen 27 und 50 Jahren, 10% zwischen 50 und 65 Jahren und 1% über 65 Jahre). Dabei bestehen deutliche Unterschiede zwischen Ost- und Westdeutschland. In Westdeutschland waren zu diesem Zeitpunkt 14% der Teilnehmenden im BFD 27 Jahre und älter (N=4.296), in Ostdeutschland betrug dieser Anteil 69% (N=7.173) (vgl. BFD Monatsstatistik, eigene Berechnungen, https://www.bundesfreiwilligendienst.de/servicemenue/presse/statistiken.html).

Zielsetzung

Um einerseits mehr über die sozialstrukturelle Zusammensetzung und Motivation der 27-jährigen und älteren Teilnehmenden im BFD in Ostdeutschland zu erfahren und andererseits Besonderheiten und spezifische Herausforderungen der Einsatzbereiche – auch im Hinblick auf die Abgrenzung/Ergänzung zu vorhandenen arbeitsmarktpolitischen Maßnahmen – herauszuarbeiten, sollen die Gründe und Folgen der überdurchschnittlich hohen Inanspruchnahme des Bundesfreiwilligendienstes durch Teilnehmerinnen und Teilnehmer über 27 Jahre in den ostdeutschen Bundesländern untersucht werden.

Arbeitsweise

Die Studie basiert auf einer umfassenden Sekundäranalyse der Daten der gemeinsamen Evaluation des Gesetzes über den Bundesfreiwilligendienst (BFDG) und des Gesetzes zur Förderung von Jugendfreiwilligendiensten (JFDG), insb. der Teilnehmenden- und Einsatzstellenbefragung.

Darüber hinaus werden aktuell vorliegende Materialien, Berichte und Veröffentlichungen zum BFD recherchiert, aufbereitet und ausgewertet. Weiterhin wird eine explorative Befragung von Trägern, Zentralstellen und Schlüsselakteuren durchgeführt, um die Entwicklungen seit 2015 nachzuzeichnen und die Analysen in den aktuellen Diskurs um den BFD ab 27 einzubetten.

Ergebnisse

Die Ergebnisse der Analysen werden im Rahmen eines Workshops mit dem Auftraggeber präsentiert und diskutiert sowie in einem Endbericht zusammengefasst und bewertet.

Ansprechpartnerin

Susanne Huth

Literatur

Huth, Susanne/ Aram, Elisabeth/ Engels, Dietrich/ Maur, Christine/ Wagner, Susanne (2015): Abschlussbericht der gemeinsamen Evaluation des Gesetzes über den Bundesfreiwilligendienst (BFDG) und des Gesetzes zur Förderung von Jugendfreiwilligendiensten (JFDG), hrsg. vom Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend, Berlin.