Bestandsaufnahme "Selbständige Lebensführung älterer Migrantinnen und Migranten in Deutschland – Praxis-Beispiele und strukturelle Ansatzpunkte"

Laufzeit

Oktober 2017 – Januar 2018

Hintergrund

Die Zahl älterer Migrantinnen und Migranten, die in Deutschland leben und auch hier bleiben werden, steigt kontinuierlich an. Damit stellt sich mehr und mehr die Frage nach den spezifischen Ressourcen und Voraussetzungen für ein selbständiges Leben im Alter für diese Bevölkerungsgruppe.

Im Dezember 2015 führte INBAS-Sozialforschung mit Förderung des BMFSFJ einen interdisziplinären Workshop durch, in dem ein ausgesuchter Kreis von praxisnahen Expertinnen und Experten diskutierte, durch welche konkreten Maßnahmen und Angebote die Voraussetzungen für eine selbständige Lebensführung von älteren Migrantinnen und Migranten verbessert und Eigeninitiative in dieser Hinsicht angeregt werden kann.

Der Workshop-Dokumentation ist zu entnehmen, dass sich die prioritären Handlungsbedarfe im Hinblick auf eine selbständige und selbstbestimmte Lebensführung von älteren Migrantinnen und Migranten im Alter auf wenige Punkte fokussieren und sich daraus konkrete Handlungsansätze für die Praxis ableiten lassen. Damit ist eine geeignete Grundlage geschaffen, gute Praxis-Beispiele im Rahmen einer bundesweiten Bestandsaufnahme zusammenzutragen und dabei vor allem solche Praxis-Beispiele zu berücksichtigen, die die Entwicklung eines kommunalen Gesamtkonzepts befördern.

Zielsetzung

Ziel der Bestandsaufnahme ist es, inhaltliche und strukturelle Ansatzpunkte für die Kooperation und Vernetzung von Akteuren der Seniorenarbeit und Altenhilfe, der Integrationsarbeit und von Migrantenorganisationen in verschiedenen Handlungsfeldern zu identifizieren. Dabei ist die Perspektive auf die Entwicklung kommunaler Gesamtkonzepte gerichtet, die auf den vorhandenen Angeboten und Strukturen aufbauen und die Akteure mit ihren Ressourcen und Potenzialen einbeziehen. Besondere Berücksichtigung finden dabei die Punkte

  • Interkulturelle Öffnung als Prozess, der sowohl bottom-up als auch top-down verläuft;
  • Strukturentwicklung von Migrantenorganisationen als Akteure der Integrations- und Sozialen Arbeit;
  • Entwicklung von passgenauen Angeboten für ältere Migrantinnen und Migranten;
  • Auf- und Ausbau von kommunalen Kooperations- und Vernetzungsstrukturen innerhalb und zwischen den Bereichen der Seniorenarbeit, der Integrationsförderung, der Stadtteilentwicklung und der Engagementförderung unter systematischer Einbeziehung von Migrantenorganisationen.

Arbeitsweise

Die Bestandsaufnahme beruht auf einer umfassenden Internetrecherche, telefonischen Nachfragen und einer Abfrage bei Expertinnen und Experten, darunter vor allem denjenigen, die im Dezember 2015 am interdisziplinären Workshop teilgenommen haben. Die recherchierten Praxis-Beispiele und strukturellen Ansatzpunkte werden anhand eines Analyserasters ausgewertet und synoptisch aufbereitet.

Ergebnisse

Im Ergebnis wird die Bestandsaufnahme

  1. einen aktuellen Überblick über Angebote und Kooperationsstrukturen für und mit älteren Menschen mit Migrationshintergrund in deutschen Kommunen und Landkreisen liefern,
  2. eine Sammlung von Beispielen guter Praxis auf der Grundlage bereits existierender Kooperationsnetzwerke enthalten sowie
  3. eine Palette von erfolgversprechenden Ansatzpunkten und Empfehlungen für die praktische Arbeit umfassen, die sich auf unterschiedliche Handlungsfelder beziehen und unterschiedliche Akteurskonstellationen haben können.

Ansprechpartnerinnen

Susanne Huth und Melisa Bel Adasme