Teilhabe durch Engagement - Studie zum zivilgesellschaftlichen Engagement von Schüler_innen und Studierenden unter besonderer Berücksichtigung des Engagementkontextes Hochschule

Laufzeit

Juli 2016 bis August 2017

Hintergrund

Gesellschaftliche Teilhabe und Integration gehören gegenwärtig und zukünftig zu den bestimmenden politischen und zivilgesellschaftlichen Handlungsfeldern in Deutschland. Die Beherrschung der deutschen Sprache und die allgemeine und berufliche Bildung spielen dabei eine Schlüsselrolle. Eine wesentliche Herausforderung für die Realisierung von Chancengleichheit besteht noch immer darin, dass der Bildungserfolg maßgeblich durch die soziale Herkunft und z.T. noch verstärkt durch den Migrationshintergrund bestimmt ist.

In Hinblick auf die Beseitigung der bestehenden Ungleichheit bei Schul- und Hochschulabschlüssen zwischen Menschen mit und ohne Migrationshintergrund vermag bürgerschaftliches bzw. zivilgesellschaftliches Engagement einen wichtigen Beitrag zu leisten und zwar nicht nur durch das Engagement für Kinder und Jugendliche, sondern auch durch das Engagement von Kindern und Jugendlichen selbst.

Der Zusammenhang zwischen zivilgesellschaftlichem Engagement und Bildung ist ein wechselseitiger: Bildung ist sowohl Voraussetzung als auch Ertrag von zivilgesellschaftlichem Engagement, das als informeller Lernort mit Anteilen non-formaler Bildungsangebote in Form von Qualifizierungen zum Erwerb persönlicher, sozialer, methodischer und z.T. auch fachlicher Handlungskompetenzen beiträgt.

Zielsetzung

Ziel der Studie ist es, auf der individuellen Ebene zu untersuchen,

  • welche Motive junge Menschen mit ihrem Engagement verbinden,
  • welche Zugänge sie dazu (ggf. nicht) haben und
  • inwieweit diese durch die soziale Herkunft und / oder einen Migrationshintergrund erleichtert bzw. erschwert werden.

Auf der strukturellen Ebene zielt die Studie darauf, vielversprechende Ansatzpunkte und förderliche Rahmenbedingungen für das zivilgesellschaftliche Engagement junger Menschen an Schulen und Hochschulen zu identifizieren. Das Erkenntnisinteresse fokussiert dabei zum einen auf das zivilgesellschaftliche Engagement von jungen Menschen im Allgemeinen und zum anderen auf das zivilgesellschaftliche Engagement im Kontext von Schule und Hochschule im Besonderen.

Vor dem Hintergrund der oben skizzierten Ausgangslage dient der Bildungs- und Migrationshintergrund der Schüler_innen und Studierenden als Analyserahmen, um Motive und Zugangswege zum zivilgesellschaftlichen Engagement von bildungs- und sozial benachteiligte junge Menschen zu erfassen und Handlungsempfehlungen für dessen Förderung abzuleiten.

Arbeitsweise

Grundlage der Studie bildet eine Sekundäranalyse des Freiwilligensurveys 2014 zum Engagementverhalten und zum Engagementpotenzial der 14- bis 30-Jährigen in Deutschland im Allgemeinen und im Bereich Schule und Hochschule im Besonderen. Um dem Zusammenhang von sozialer Herkunft und Engagement nachgehen zu können, werden auch die Daten der Shell Jugendstudie 2015 einer Sekundäranalyse unterzogen.

Für die Analyse der Rahmenbedingungen des Engagements von Studierenden und den entsprechenden Unterstützungsstrukturen und -erfordernisse werden anschließend folgende Primärerhebungen durchgeführt, die auf den Engagement­bereich Hochschule fokussieren:

  • Bestandsaufnahme des Engagements von Studierenden an Hochschulen in Form eines bundesweiten Mappings sowie vertiefenden Befragung ausgewählter Projekte,
  • Online-Befragungen von Studierenden, die sich an Hochschulen engagieren sowie von Studierenden, die sich gar nicht bzw. in anderen Kontexten engagieren.

Ergebnisse

Im Ergebnis liefert die Studie Erkenntnisse

  • über das Engagementverhalten und das Engagementpotenzial von Schüler_innen sowie von Studierenden mit und ohne Migrationshintergrund,
  • über Motive, Zugänge und Nutzen dieses Engagements sowie
  • über Unterstützungs- und Fördermöglichkeiten des Engagements durch die Hochschulen.

Da die Studie als Praxisforschung angelegt ist, werden über die Dokumentation und Analyse von Praxisprojekten hinaus Handlungsempfehlungen für vielversprechende strukturelle Ansatzpunkte entwickelt, um das Engagement von Studierenden künftig gezielter fördern zu können.

Der Endbericht mit Handlungsempfehlungen wird Ende August 2017 vorgelegt.

Ansprechpartnerinnen

Susanne Huth und Melisa Bel Adasme