Freiwilliges Engagement von Migrantinnen und Migranten - Vergleichende Fallstudien in multiethnischer PerspektiveLaufzeit: 12/2008-12/2011 FörderungDas Projekt wird im Rahmen der Modellvorhaben zur Stärkung des zivilgesellschaftlichen Engagements vom Bundesministerium für Familien, Senioren, Frauen und Jugend (BMFSFJ) gefördert. HintergrundIn der Diskussion um Bürgergesellschaft und Integration erlangt das freiwillige Engagement von Menschen mit Migrationshintergrund zunehmend Beachtung. Wurden diese lange Zeit als Empfänger sozialer Leistungen betrachtet, so hat inzwischen ein Umdenken stattgefunden, das ihr Engagementverhalten und ihre Engagementpotenziale in den Fokus rückt. Diese Akzentverschiebung basiert auf der Erkenntnis, dass bürgerschaftliches Engagement von Menschen mit Migrationshintergrund eine wichtige und bislang unterschätzte Ressource für deren gesellschaftliche Partizipation und Integration ist. Es ist allerdings so, dass Menschen mit Migrationshintergrund in vielen Bereichen der Bürgergesellschaft in Deutschland unterrepräsentiert sind und über die Aktivitäten von und in Migrantenorganisationen noch immer relative Unkenntnis herrscht. Insgesamt ist der Kenntnisstand über das Engagementverhalten und -potenzial von Menschen mit Migrationshintergrund und deren Auswirkungen auf Partizipations- und Integrationsprozesse noch sehr gering. Es fehlen umfassende Studien über Zugangswege, Motivlagen und Förderbedarfe für das freiwillige Engagement in Migrantenorganisationen und in traditionellen Vereinigungen des Freiwilligensektors, die praktische und integrationspolitische Handlungsbedarfe ermitteln. Um die Empfehlungen des Nationalen Integrationsplans hinsichtlich der Förderung des bürgerschaftlichen Engagements von Menschen mit Migrationshintergrund, ihrer stärkeren Einbindung in bürgergesellschaftliche Strukturen und deren interkulturellen Öffnung sowie die Anerkennung des Engagements in Migrantenorganisationen umzusetzen, ist es daher von großer Bedeutung, in die Tiefe gehende Untersuchungen über das spezifische Engagementverhalten verschiedener Zuwanderergruppen sowie förderliche und hinderliche Rahmenbedingungen für dieses Engagement durchzuführen. ZielsetzungZiel dieses Projekts ist es, zur Schließung der beschriebenen Lücke maßgeblich beizutragen und die Motivationen, Strukturen und Potenziale des freiwilligen Engagements von Menschen mit Migrationshintergrund angemessen zu erfassen und zu analysieren. Dazu sollen Fallstudien über das Engagement von Angehörigen der drei größten Migrantengruppen in Deutschland,
durchgeführt werden und einzeln sowie vergleichend untersucht werden. Zu dieser Analyse gehört auch eine Berücksichtigung der Kontexte, in denen dieses Engagement stattfindet, also der organisationalen Strukturdaten von Migrantenorganisationen und traditionellen Vereinigungen des Freiwilligensektors. Die "Multiethnizität" der Herangehensweise impliziert dabei, dass die Spezifik der Engagementformen und engagementbezogenen Organisationsformen jeweils für die einzelnen betrachteten Herkunftsregionen herausgearbeitet werden. Parallel dazu werden die motivationalen und strukturellen Gemeinsamkeiten jenseits der spezifischen Ausprägungen für die einzelnen Herkunftsregionen identifiziert. Damit sollen die Eigenheiten des freiwilligen Engagements von Menschen mit Migrationshintergrund im Rahmen einer Aufnahmegesellschaft unabhängig von der jeweiligen Herkunft herausgearbeitet werden. Schließlich wird das freiwillige und bürgerschaftliche Engagement von Menschen mit Migrationshintergrund in Beziehung gesetzt zu den aktuellen Ausprägungen und Entwicklungen des freiwilligen und bürgerschaftlichen Engagements der deutschen Bevölkerung ohne Migrationshintergrund. Dies ist erforderlich, um Ansatzpunkte und Potenziale für gemeinschaftliches bürgerschaftliches Engagement zu identifizieren. ArbeitsweiseDie Untersuchung wird exemplarisch in Nordrhein-Westfalen durchgeführt. Dort wird zunächst ein Mapping-Verfahren zur Identifikation aller relevanten Akteure sowohl aus dem Feld der Migrantenorganisationen als auch unter den traditionellen Vereinigungen des Freiwilligensektors angewandt. Mit Hilfe eines standardisierten Fragebogens werden die Strukturdaten dieser Organisationen erhoben. Die dort freiwillig engagierten Menschen mit Migrationshintergrund werden telefonisch zu Motivationen, Engagementstrukturen, Zugangswegen und Förderbedarfen ihres Engagements befragt. ErgebnisseDie zentralen Ergebnisse der Untersuchung werden Ende 2011 in einem Forschungsbericht zusammengefasst. Ansprechpartner/innen |
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