Evaluation des Programms "Freiwilligendienste machen kompetent"

Laufzeit: 11/2007-12/2010

Auftraggeber und Partner

Die Evaluation des Programms "Freiwilligendienste machen kompetent" erfolgt im Auftrag des Bundesministeriums für Familie, Senioren, Frauen und Jugend (BMFSFJ) und wird aus dem Europäischen Sozialfonds (ESF) kofinanziert. Die Evaluation wird unter Leitung von INBAS-Sozialforschung in Kooperation mit dem Institut für Berufliche Bildung, Arbeitsmarkt- und Sozialpolitik (INBAS) GmbH in Offenbach am Main und Prof. Dr. Dr. Sebastian Braun (Forschungszentrum für Bürgerschaftliches Engagement an der Universität Paderborn) durchgeführt.

Hintergrund

Das Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend fördert gezielt benachteiligte Jugendliche in Deutschland. Mit dem Programm "Freiwilligendienste machen kompetent" erleichtert das Ministerium jungen Männern und Frauen aus bildungsfernen Schichten den Zugang zum bürgerschaftlichen Engagement im Freiwilligen Sozialen und Ökologischen Jahr (FSJ / FÖJ) und stärkt damit ihre Ausbildungs- und Berufschancen.

Freiwilligendienste bieten besondere Lernformen. Die Mitarbeit in sozialen, ökologischen und kulturellen Einrichtungen fördert die persönliche Entwicklung der Jugendlichen und ermöglicht ihnen wichtige Erfahrungen und neue Kontakte. Die Freiwilligen erwerben soziale und interkulturelle Fähigkeiten, die als Schlüsselkompetenzen auch am Arbeitsmarkt gefragt sind.

Das Programm "Freiwilligendienste machen kompetent" verbindet deswegen die Chancen der Freiwilligendienste für junge Menschen bewusst mit der gezielten Förderung von benachteiligten Jugendlichen. So soll es für sie insbesondere leichter werden, Zugang zum Ausbildungs- und Arbeitsmarkt zu bekommen. Daneben zielt das Programm darauf ab, neue Trägerstrukturen im Bereich FSJ / FÖJ zu fördern und Migrantenselbstorganisationen als Projektpartner oder -träger daran zu beteiligen.

Zielsetzung

Aufgabe der Evaluation ist es, die Implementierung, die praktische Umsetzung und die Wirkungen des Programms "Freiwilligendienste machen kompetent" unter einer konzept-, struktur-, prozess-, ergebnis- und teilnehmerbezogenen Perspektive zu untersuchen. Auf dieser Basis sollen fachliche Bewertungen und Empfehlungen für die programmimmanente Steuerung und konzeptionelle Weiterentwicklung sowie die politische Steuerung geleistet werden.

Arbeitsweise

Die Evaluation erfolgt in enger Abstimmung mit der Auftraggeberin, dem ISS-Projektbüro und dem Programmbeirat. Die Leitfragen der Evaluation umfassen

  • auf der Programmebene
    • gelingende Zugänge zur Zielgruppe und Methoden zur Aktivierung und Motivation potenzieller Teilnehmender
    • Dokumentation und Bewertung des Kompetenzerwerbs und -gewinns der Teilnehmenden
    • Möglichkeiten der Anpassung und Implementierung von Kompetenzbilanzierungsverfahren 
    • Effekte der Verschränkung verschiedener Bildungselemente ("Bildungsmix") und deren Bewertung
    • Berücksichtigung der besonderen Bedarfe der Zielgruppen in der sozialpädagogischen Begleitung und Unterstützung
    • Bewertung der individuellen Ziel- und Perspektivplanung und -dokumentation 
  • auf der individuellen Ebene
    • sozio-kulturelle Merkmale der Teilnehmenden
    • Selbstwahrnehmung der Teilnehmenden hinsichtlich ihrer Ausgangsbedingungen, Erfahrungen und individuellen Chancen nach dem Freiwilligendienst
    • Haltung der Teilnehmenden vor und nach dem Freiwilligendienst zu bürgerschaftlichem Engagement, Engagementbereitschaft
    • Einstellungsänderungen hinsichtlich der Lern- und Ausbildungsmotivation 
  • auf der Infrastrukturebene
    • Trägerstrukturen, Kooperationsformen und Netzwerke, Aktivierung, Einbindung und Beteiligung von Migrantenselbstorganisationen
    • Schaffung neuer attraktiver Arbeits- und Einsatzfelder für die Zielgruppe
    • Organisationsentwicklung der Träger im Sinne lernender Organisation
  • auf der gesellschaftlichen Ebene
    • Bewertung der beruflichen und sozialen Integration der Teilnehmenden
    • Bildungs- und Berufsperspektiven nach dem Freiwilligendienst
    • Interesse, Einbindung und Mitwirkung von Schul-, Ausbildungs-, Arbeitsmarktakteuren 

Um diese Leitfragen zu bearbeiten, werden die verschiedensten Methoden eingesetzt: 

  • Statistische Analyse von Prozess- und Befragungsdaten
  • Qualitative Inhaltsanalyse von Dokumenten, Texten und offenen Fragen
  • persönliche, teil-standardisierte schriftliche und vertiefende telefonische Befragungen von Trägervertreter(inne)n, Anleiter(inne)n in den Einsatzstellen und pädagogischer Begleitung
  • Standardisierte telefonische Interviews mit Teilnehmer(inne)n
  • Netzwerkanalysen 
  • Aktivierende Befragung von Migrantenselbstorganisationen

Ergebnisse

Die Ergebnisse der Evaluation werden laufend mit der Auftraggeberin, dem ISS-Projektbüro, den Trägern und dem Programmbeirat rückgekoppelt. Im November 2008 und 2009 werden Zwischenberichte und Anfang 2011 der Abschlussbericht der Evaluation vorgelegt.

Ansprechpartnerin 

Susanne Huth

 


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