Wissenschaftliche Begleitung und Evaluation des Modellversuchs zur Gestaltung von bedarfsgerechten sozialen Angeboten für ältere MigrantInnen in Frankfurt am Main (2005-2007)AuftraggeberStadt Frankfurt am Main, Dezernat für Jugend und Soziales ProjektbearbeitungSusanne Huth und Jürgen Schumacher HintergrundSeit Beginn der 1990er Jahre beschäftigen sich Wissenschaft und Altersplanung in Deutschland zunehmend mit der Zielgruppe der älteren Migrantinnen und Migranten. Trotz ursprünglicher Rückkehrabsichten bleibt ein Großteil der als Gastarbeiter im Rahmen von Anwerbeabkommen zwischen 1955 und 1973 zugezogenen MigrantInnen mit ihren Familien auch nach dem Ausscheiden aus dem Erwerbsleben in Deutschland. Außer dieser Gruppe älterer MigrantInnen, die vor allem aus dem Mittelmeerraum stammen, sind die in den Statistiken nicht ausgewiesenen älteren SpätaussiedlerInnen zu berücksichtigen, da vor allem in den 1990er Jahren die Altersstruktur der zugewanderten SpätaussiedlerInnen von einem großen Anteil bereits älterer Personen geprägt war. Sowohl die Zahl als auch der Anteil der älteren MigrantInnen wächst in Deutschland stetig und wird dies in den kommenden Jahren in noch größerem Maße tun. Auch wenn die ausländische Wohnbevölkerung in Frankfurt am Main verglichen mit der deutschen Bevölkerung noch relativ jung ist, wird in Zukunft ein Altersstrukturwandel einsetzen, der den Anteil der über 60-jährigen MigrantInnen überproportional ansteigen lässt. Das Statistische Jahrbuch Frankfurt am Main 2005 weist für Ende 2004 knapp 24.900 Personen zwischen 50 und 60 Jahren und gut 22.500 Personen über 60 Jahren aus, die (auch) einen ausländischen Pass besitzen. So liegt ein besonderes Augenmerk für die künftige Altersplanung in Frankfurt am Main auf der Zielgruppe der älteren und älter werdenden MigrantInnen. Die im Sommer 2005 von INBAS-Sozialforschung vorgelegte Studie zur gesellschaftliche Teilhabe älterer Migrantinnen und Migranten in Frankfurt am Main (zum Download) machte deutlich, dass die bestehenden Angebote bedürfnisgerecht weiterentwickelt werden müssen, wenn noch mehr ältere Migrantinnen und Migranten erreichen wollen. ZielsetzungDer Modellversuch sollte in der Praxis überprüfte Erkenntnisse für die zukünftige Gestaltung von bedarfsgerechten sozialen Angeboten für ältere Migrantinnen und Migranten in Frankfurt am Main liefern. Um dies zu erreichen, sollte eine möglichst breite Palette von unterschiedlichen Angeboten in Modellprojekten erprobt werden. Im Jahr 2006 wurden aus dem städtischen Haushaltstitel für innovative Projekte sechs innovative trägerübergreifende soziale Angebote für ältere Migrantinnen und Migranten gefördert. Die wissenschaftliche Begleitung dieser Projekte diente zwei Zielen: erstens sollten die Ergebnisse der Evaluation genutzt werden, um die Modellprojekte in ihrer Arbeit praktisch zu unterstützen. Zweitens sollten die erhobenen Daten darüber Auskunft geben, mit welchen Arten von Angeboten bestimmte Teilgruppen unter den älteren MigrantInnen am besten angesprochen werden können. ArbeitsweiseIm Rahmen der wissenschaftlichen Begleitung wurden die ausgewählten Projekte mehrfach besucht. Diese Besuche dienten zum einen der Sicherung der Prozessdaten für Aussagen über die Zielgruppenerreichung. Zum anderen konnten so intensive Gespräche mit den Projektträgern und -leiterInnen zur arbeitsbegleitenden Weiterentwicklung und Anpassung der Projekte geführt werden. In die Evaluation der Projekte flossen die Auswertungen der Prozessdaten und der Projektbesuche ebenso ein wie eine Befragung der Projektträger und -leiterInnen über ihre Beurteilung des Angebotes und weitergehende Wünsche. Ein weiteres Element der Evaluation stellte eine Aufwands-/ Ertrags-Bilanzierung der Projekte dar. ErgebnisseDie Ergebnisse der wissenschaftlichen Begleitung und Evaluation des Modellversuchs wurden Anfang 2008 vorgelegt und stehen hier zum Download zur Verfügung: Huth, Susanne/Schumacher, Jürgen (2008): Gestaltung von bedarfsgerechten sozialen Angeboten für ältere MigrantInnen. Bericht der wissenschaftlichen Begleitung eines Modellversuchs im Rahmen der Partizipativen Altersplanung in Frankfurt am Main. INBAS-Sozialforschung, Frankfurt am Main. (pdf, 190 Kb) Ansprechpartner/in |
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