Migrant(inn)en handeln und lernen im sozialen Umfeld Kompetenzentwicklung, Partizipation und Integration durch interkulturelles LernenDie Machbarkeitsstudie ist Bestandteil des Programmbereichs Lernen im sozialen Umfeld (LisU) im Forschungs- und Entwicklungsprogramm "Lernkultur Kompetenzentwicklung". Das Programm wird gefördert aus Mitteln des Bundesministeriums für Bildung und Forschung sowie aus Mitteln des Europäischen Sozialfonds. Der Arbeitsgemeinschaft Betriebliche Weiterbildungsforschung e.V. (ABWF) / Projekt Qualifikations-Entwicklungs-Management (QUEM) ist die Durchführung des komplexen Programmmanagements übertragen worden. HintergrundDas Lernen in Tätigkeiten außerhalb von Erwerbsarbeit gerät in Zeiten globaler Veränderungen und zunehmender Entgrenzung von Erwerbsarbeit zusehends in den Fokus der Aufmerksamkeit. Bürgerschaftliches Engagement, Freiwilligenarbeit, Familienarbeit und Freizeitgestaltung werden als Tätigkeitsbereiche für die Herausbildung und den Erhalt von Handlungsfähigkeit und Kompetenzen sowohl für die individuelle berufliche als auch die gesellschaftlich-soziale Integration erkannt. Inwiefern Lernen in Tätigkeiten des sozialen Umfelds ein integrationsförderndes Moment darstellt, wurde bislang in der Forschung über Vereinsmitgliedschaften, freiwillige Tätigkeiten und bürgerschaftliches Engagement von Migrant(inn)en kaum untersucht. Da Migrant(inn)en prozentual stärker von Arbeitslosigkeit betroffen sind als Deutsche, Kinder ausländischer Herkunft gegenüber deutschen Kindern im Schulsystem in Bezug auf den Schultyp und die Dauer des Schulbesuchs benachteiligt sind, und Ausbildungsbeteiligung und -abschlüsse Jugendlicher ausländischer Herkunft deutlich hinter denen deutscher Jugendlicher zurückliegen, muss in Hinsicht auf die gesellschaftliche und berufliche Partizipation und Integration von Migrant(inn)en ein besonderes Augenmerk auf ihre Qualifizierung und Kompetenzentwicklung auch außerhalb des traditionellen (Weiter-)Bildungssystems gerichtet werden. Gleichzeitig liegen im sozialen Umfeld Möglichkeiten für Migrant(inn)en, eigene Erfahrungen, interkulturelle Kompetenzen und Potenziale in die Arbeits- und Zivilgesellschaft einbringen zu können. ZielsetzungIm Rahmen dieser Machbarkeitsstudie galt es, das Forschungsfeld für die Erfassung von Tätigkeits- und Lernverläufen von Migrant(inn)en im sozialen Umfeld in freiwilligem und bürgerschaftlichem Engagement in Migrantenselbstorganisationen und "deutschen" Vereinen und Initiativen, in Familien- und Verwandtschaftsnetzwerken, in ethnischen Communities, in der Nachbarschaft und die damit verbundenen Integrations- und Partizipationsmuster zu öffnen, sodass in anschließenden Forschungen anhand präzisierter Fragestellungen Erkenntnisse über geeignete Lernunterstützungen, Lernnetze und Lernmilieus erlangt werden können. So zielte diese Machbarkeitsstudie zum einen auf Erkenntnisse aus dem bisher noch wenig beforschten Feld des Lernens von Migrant(inn)en im sozialen Umfeld, und zwar auf der individuellen, organisationalen und regionalen bzw. sozialräumlichen Ebene, und zum anderen auf die Entwicklung und Erprobung eines Instrumentariums zur empirischen Erforschung des Feldes. ArbeitsweiseDie Machbarkeitsstudie wurde auf drei ineinander verschränkten Ebenen durchgeführt, die es erlauben, die komplexen, ineinander greifenden Forschungsfragen zu beantworten:
ErgebnisseDer Ergebnisbericht soll Anfang 2007 unter www.abwf.de veröffentlicht werden, eine Zusammenfassung der Ergebnisse findet sich in: Huth, Susanne (2006): Bürgerschaftliches Engagement als Lernort und Weg zu sozialer Integration, in: Migration und Soziale Arbeit, H. 3+4, S. 280-290. Ansprechpartnerin
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