Ehrenamt und Lebensqualität im Kreis Offenbach I und IIin Kooperation mit Prof. Dr. Dr. Jürgen Palm, Beauftragter des Kreises Offenbach in Fragen des Ehrenamtes AuftraggeberDer Landrat des Kreises Offenbach mit finanzieller Unterstützung durch die Staatskanzlei des Landes Hessen, die Stiftung "Miteinander Leben" des Kreises Offenbach und die Sparkasse Langen-Seligenstadt ProjektbearbeitungJürgen Schumacher HintergrundSchon seit einer Reihe von Jahren wird ehrenamtliche Tätigkeit nicht mehr als völlig selbstloses Engagement gesehen, sondern als ein Handlungsfeld, in dem man gleichzeitig etwas für andere und auch für sich selbst tun kann. Lebhaft beklagt wird in der sozialpolitischen Diskussion, dass sich nicht genügend Menschen ehrenamtlich engagieren. Dieser Befund lenkt den Blick auf Maßnahmen der Ehrenamtsförderung und wenn man über solche nachdenkt, treten oft Defizite und negative Aspekte aus dem Alltag der ehrenamtlichen Arbeit in den Vordergrund. ZielsetzungZiel der ersten Untersuchung (2001-2002) war es, diese negativen Aspekte zwar aufzugreifen, sie aber in Beziehung zu all den Faktoren zu setzen, die ehrenamtliches Engagement zu einer Quelle höherer Lebensqualität machen. Erfragt wurden neben den positiven und negativen Aspekten des ehrenamtlichen Engagements insbesondere das Verhältnis von Ehrenamt zu Beruf und Familie sowie Möglichkeiten, das ehrenamtliche Engagement angenehmer zu machen. ArbeitsweiseIn enger Zusammenarbeit mit dem Fachdienst Förderung des Ehrenamtes, Sport und Kultur sowie den Verantwortlichen für die einzelnen Vereinsbereiche auf Kreisebene wurden insgesamt 580 Ehrenamtliche aus den Bereichen Sport, Kultur und Musik, Soziales und Senioren, Feuerwehr und Rettungsdienste sowie aus Migrantenorganisationen schriftlich befragt. Die zweite Studie (2004-2005) bestand in der Erstellung von fünf Organisationsfallstudien, darunter eine Migrantenselbstorganisation. ErgebnisseFür den Kreis Offenbach kann mit überraschender Deutlichkeit festgestellt werden, dass die positiven Seiten des ehrenamtlichen Engagements die negativen Aspekte bei weitem überwiegen. Am häufigsten werden auf der positiven Seite die erfolgreiche Arbeit im Team, die erfreulichen sozialen Kontakte, die sich aus dem ehrenamtlichen Engagement ergeben und die Herausforderung durch eine Aufgabe genannt. Die wichtigsten negativen Aspekte sind die Verpflichtung, die mit dem Engagement verbunden ist und Ärger in bestimmten Situationen. Weder im Verhältnis zwischen Ehrenamt und Beruf noch im Verhältnis zwischen Ehrenamt und Familie werden große Spannungen sichtbar. Leichter und angenehmer könnte das ehrenamtliche Engagement vor allem durch mehr Nachwuchs, eine bessere Unterstützung durch die Politik, mehr Zusammenarbeit zwischen den Vereinen und weniger Bürokratie werden. Die Veröffentlichung des Ergebnisberichtes der ersten Studie kann beim Kreis Offenbach gegen eine Schutzgebühr von 5 bezogen oder hier als pdf-File (660 Kb) heruntergeladen werden. Palm,
Jürgen/Schumacher, Jürgen (2002): Ehrenamt und Lebensqualität im Kreis
Offenbach - Ergebnisse einer Umfrage unter Ehrenamtlichen in Vereinen und
vereinsähnlichen Gemeinschaften, Kreis Offenbach (Hg.), Dietzenbach. Palm, Jürgen/Schumacher, Jürgen (2005): Eine andere Arbeitswelt.
Ehrenamtlich erbrachte Leistungen in Vereinen: Fünf Fallstudien aus dem
Kreis Offenbach. Zweite Teiluntersuchung im Rahmen des Projekts
"Ehrenamt und Lebensqualität im Kreis Offenbach", Kreis
Offenbach (Hg.), Dietzenbach. |
© 2003-2005 INBAS-Sozialforschung, Frankfurt am Main