Vergünstigungen auf öffentliche und private Angebote als Gratifikation für ehrenamtliches soziales Engagement

Auftraggeber

Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend

Projektbearbeitung

Jürgen Schumacher und Karin Stiehr

Hintergrund

Es ist seit vielen Jahren üblich, bestimmten Bevölkerungsgruppen Vergünstigungen auf öffentliche Angebote zu gewähren. Im Rahmen der Expertise "Anreize zur gesellschaftlichen Beteiligung älterer Menschen durch vergünstigte öffentliche Angebote" haben wir die Praktiken und Hintergründe der Gewährung solcher Vergünstigungen analysiert und dabei festgestellt, dass Vergünstigungen nahezu ausnahmslos unter dem Gesichtspunkt des Nachteilsausgleichs, kaum jedoch im Sinne einer Belohnung oder Anerkennung gewährt werden.

Zielsetzung

Eine der wichtigsten Quellen der Unzufriedenheit von Ehrenamtlichen mit den Rahmenbedingungen ihres sozialen Engagements ist ein Mangel an öffentlicher Anerkennung ihrer Leistungen. Ziel des Projekts ist es, die Gewährung von Vergünstigungen unter einem völlig neuen Blickwinkel zu sehen. Es wird der Frage nachgegangen, inwieweit und unter welchen Bedingungen sich Vergünstigungen eignen, um Anerkennung für ehrenamtliches soziales Engagement auszudrücken. Indem bereits geleistete ehrenamtliche Arbeit öffentlich anerkannt wird, soll auch ein Anreiz für zusätzliches ehrenamtliches Engagement geschaffen werden.

Arbeitsweise

Es wurden vorliegende Ergebnisse über Wünsche und Bedürfnisse von Ehrenamtlichen und über die Praxis der Gewährung von Vergünstigungen zusammengeführt und analysiert. Im Rahmen eines Workshops mit kommunalen Sozialpolitiker/innen wurde ein Konzept "Vergünstigungen für Ehrenamtliche" in Grundzügen entwickelt und anschließend zu einem Leitfaden zur Gestaltung von Vergünstigungen für Ehrenamtliche ausgearbeitet.

Ergebnisse

Der Endbericht über das Projekt wurde im Sommer 1995 fertiggestellt. Wir kommen zu dem Ergebnis, dass sich vielfältige und attraktive Angebote gestalten lassen, die sich nicht zuletzt deswegen sehr gut als Anerkennung für ehrenamtliches Engagement eignen, weil sie relativ kostengünstig zu realisieren sind. Insbesondere die Einbeziehung privater Anbieter, die zum Zweck der Werbung oder Öffentlichkeitsarbeit in vielen Fällen bereit sein dürften, kostenlose Angebote für Ehrenamtliche zur Verfügung zu stellen, eröffnet interessante Perspektiven. Hinsichtlich der Angebotsgestaltung, der Anspruchsvoraussetzungen und der Gewährungsverfahren ist jedoch eine Vielzahl von Detailklärungen und Vorentscheidungen im jeweiligen kommunalen Kontext erforderlich. Wichtige Gesichtspunkte sind hier die Beschränkung des Verwaltungs- und Kontrollaufwands auf ein Minimum, die Einbeziehung von Begleitpersonen, also z.B. der Partner/innen der Ehrenamtlichen und die Berücksichtigung spezifischer Wünsche bestimmter Gruppen von Ehrenamtlichen.

Schumacher, Jürgen; Stiehr, Karin: Anerkennung für das Ehrenamt - Anregungen für ein Programm auf kommunaler Ebene, Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend (Hg.), Brühl 1997 / Bezug über die Broschürenstelle des BMFSFJ.

 


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