Patenatlas – Integrationspaten für Bildung und Ausbildung

Auftraggeber

Laufzeit

Dezember 2007 bis Mai 2008

Hintergrund

2007 lebten in Deutschland mehr als 15 Millionen Menschen mit Migrationshintergrund, dies entspricht annähernd einem Fünftel (19%) der Gesamtbevölkerung. In den jüngeren Altersgruppen unter 25 Jahre hatten zu der Zeit mehr als ein Viertel einen Migrationshintergrund, in städtischen Ballungszentren waren die Anteile bereits deutlich größer.

Daten zum Schulerfolg und den Bildungsabschlüssen von Jugendlichen mit Migrationshintergrund zeigten, dass sie im Vergleich zu Jugendlichen ohne Migrationshintergrund deutlich schlechter abschneiden: 20 % der ausländischen Jugendlichen erlangten gar keinen Schulabschluss, die Quote der Hauptschulabsolventen war deutlich höher und die derjenigen mit (Fach-)Hochschulreife deutlich geringer als bei deutschen Jugendlichen. 

Diese Befunde hatten im Bildungs- und Ausbildungssystem zu verstärkten Bemühungen geführt, dem mit verschiedenen Förderprogrammen und -strategien im Vorschul-, Primar-, Sekundar- und Ausbildungsbereich entgegenzuwirken. Aber auch im bürgerschaftlichen Engagement gab es bereits zum Teil seit vielen Jahren Projekte und Initiativen, die sich an Kinder und Jugendliche wendeten und ihnen individuell oder in Kleingruppen ehrenamtliche Patinnen und Paten zur Seite stellten, bspw. um sie und ihre Eltern besser auf die Grundschule vorzubereiten, sie bei der Sprach- und Lesefähigkeitsentwicklung zu unterstützen, ihnen bei den Hausaufgaben zu helfen oder sie in der Ausbildungsvorbereitung und Berufsorientierung zu begleiten, um nur einige Einsatzfelder zu nennen.

Zielsetzung

Bundesweit sollten ehrenamtliche Patenprojekte, -programme und -initiativen für Migrantinnen und Migranten erfasst werden, um so einen Überblick darüber zu erhalten, welche Projekte wo, durch wen und in welchem Bereich durchgeführt werden.

Von besonderem Interesse waren dabei ehrenamtliche Patenprojekte

  • für Eltern und Kinder mit Migrationshintergrund in Kindertageseinrichtungen und Grundschulen (z.B. Stadtteilmütter-, Elternlotsen-, Vorlese- und Lesepatenprojekte)
  • für Schüler/innen mit Migrationshintergrund im Übergang von der Schule in Ausbildung (z.B. Ausbildungspaten-, Berufswahlpaten- und Alt-hilft-Jung-Projekte)
  • für Unternehmensinhaber/innen und Ausbilder/innen mit Migrationshintergrund (z.B. Mentorenprojekte für Erstausbilder/innen und Betriebspatenprojekte)

Arbeitsweise

Durch Internetrecherchen und bestehende Kooperationsnetzwerke wurden bundesweit mehr als 500 potenzielle Patenprojekte für die hier interessierende Zielgruppe recherchiert. Diese wurden per E-Mail angeschrieben und erhielten einen Kurzfragebogen mit der Bitte um Rücksendung. So wurden über die Kontaktinformationen hinaus Angaben zu den Projektaktivitäten und -zielen erfasst.

Unter den mehr als 300 Rückmeldungen konnten 166 Projekte identifiziert werden, die sich speziell an Menschen mit Migrationshintergrund wendeten und daher Eingang in den Patenaltas fanden. Die Angaben dieser Projekte wurden vergleichend analysiert und in einer Landkarte verzeichnet.

Aus den recherchierten Projekten wurden wiederum 46 Projekte ausgewählt, um sie mittels telefonischer und schriftlicher Erhebungen näher zu untersuchen und so geeignete Rahmenbedingungen für Patenschaftsprojekte zu ermitteln und entsprechende Handlungsempfehlungen zu entwickeln. Die Auswahl dieser Projekte berücksichtigte die Verteilung der Projekte auf die drei Themenbereiche und auf die Bundesländer, wie sie in den vorangegangenen Analysen deutlich wurde.

Ergebnisse

Der Patenatlas enthält

  • eine vergleichende Analyse der recherchierten Patenschaftsprojekte
  • eine Landkarte der recherchierten Projekte
  • eine Analyse guter Praxisbeispiele sowie
  • Handlungsempfehlungen für Patenschaftsprojekte.

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Ansprechpartnerin

Susanne Huth