Masterarbeit: Partizipationsbiographien engagierter Migrantinnen. Eine biographieanalytische Studie über Partizipationsprozesse im Kontext von Migration und Geschlecht

Hintergrund

Grundsätzlich herrscht in der deutschen Gesellschaft eine defizitäre Vorstellung von Migrantinnen, die sie als passive, hilfsbedürftige Frauen, als "Opfer", "Unterdrückte" oder "Traditionsbehaftete" auffasst. Vor diesem Hintergrund ist ihre Partizipation an gesellschaftlichen Prozessen entweder "undenkbar" oder wird als familienzentrierte, kulturelle oder religiöse, aber gesellschaftlich wenig relevante Aktivität wahrgenommen und bleibt unsichtbar.

Im Umkehrschluss werden Migrantinnen, die sich engagieren und sichtbar werden, als "Ausnahme" oder "Sonderfall" betrachtet. Doch dieses defizitäre Bild entspricht nicht der Realität der Migrantinnen, denn sie bilden keine homogene Gruppe. Frauen, die in der Migration leben, bringen eine eigene Geschichte mit, die sie in mannigfaltiger Weise prägt und sich darüber hinaus gemäß ihren neuen Lebenswelten sowie neu erlebter Einflüsse, Anforderungen und Kontexte verändert.

Engagierte Migrantinnen schöpfen ihre Kraft und Motivation aus persönlichen Angelegenheiten und Lebensereignissen, die in direktem Zusammenhang mit ihrer individuellen, privaten Geschichte stehen und die Art ihrer (Partizipations-)Entwicklung maßgeblich prägen.

Zielsetzung

Die Studie geht den Fragen nach, wie Partizipationsprozesse sich aus biographischer Perspektive rekonstruieren lassen und wie Migrantinnen dabei zu gesellschaftlich agierenden und handlungsfähigen Subjekten und letzten Endes zu "engagierten Migrantinnen" (gemacht) werden.

Ziel der Arbeit ist herauszufinden, in welcher Art und Weise biographische Erfahrungen und Differenzkonstruktionen die Entstehung des Partizipationshandelns beeinflussen und welche subjektive Positionierungen und Handlungsorientierungen hieraus folgen.

Arbeitsweise

Für die Erhebung des empirischen Materials wurden biografisch-narrative Interviews als Zugang gewählt, welcher die Rekonstruktion der narrativen Herstellung von Partizipationsprozessen und damit verbundenen subjektiven Deutungsmuster ermöglicht.

Bei der Auswertung des empirischen Materials wurde auf eine Kombination mehrerer Verfahren zurückgegriffen: zunächst die Narrationsanalyse, die mit einigen Aspekten des Auswertungsverfahrens der biographischen Fallrekonstruktion ergänzt wurde. Darüber hinaus wurde bei der Analyse ein besonderer Fokus auf die Rekonstruktion der biographischen Selbstpräsentationen gelegt, indem verschiedene Textsorten, Prozessstrukturen, Konstruktionen von Differenz und diskursive Elemente ausgearbeitet wurden.

Ergebnisse

Die Masterarbeit steht hier zum Download zur Verfügung.

Ansprechpartnerin

Melisa Bel Adasme