Netzwerk Integrationslotsinnen und Integrationslotsen Rüsselsheim

 

 

Laufzeit

Juni 2009 bis 2013

Hintergrund

In den letzten Jahren wurden in Deutschland in zahlreichen Kommunen und mehreren Bundesländern Projekte initiiert, die die Integration von Neuzugewanderten und teilweise auch von langjährig in Deutschland lebenden Menschen mit Migrationshintergrund durch freiwillig tätige Integrationslots(inn)en, -pat(inn)en oder -begleiter/innen fördern.

Integrationslotsenprojekte werden in einer Vielfalt unterschiedlicher Varianten durchgeführt, die sich in ihren Konzeptionen, Zielsetzungen, Zielgruppen, Themenstellungen und Ausrichtungen unterscheiden:

  • So richten sich einige Projekte an bestimmte Zuwanderergruppen (Neuzuwanderer, Aussiedler/innen, bereits länger in Deutschland lebende Menschen mit Migrationshintergrund im Sinne nachholender Integration oder Teilgruppen wie Kinder, Jugendliche, Frauen oder Senior(inn)en mit Migrationshintergrund).
  • Einige Projekte fokussieren auf bestimmte Themen wie Gesundheit, Bildung oder Ausbildung. Andere sind themenübergreifend konzipiert und nehmen das gesamte Spektrum der (Alltags-) Integration in den Blick.
  • Von der Form der Lots(inn)enarbeit sind einige Projekte als Tandembegleitungen konzipiert, d.h. eine freiwillig engagierte Person begleitet eine Person bzw. Familie mit Migrationshintergrund. Andere Projekte sind sozialräumlich verankert, die Lots(inn)en sind dabei in der Kommune oder im Stadtteil als Ansprechpartner/innen oder Vermittler/innen tätig.

Das Feld der Integrationslotsenprojekte ist also komplex und es empfiehlt sich, bereits in der Konzeptionierungsphase aus den Erfahrungen anderer Projekte zu lernen. INBAS-Sozialforschung verfügt über einen sehr guten Überblick über Integrationslotsenprojekte in Deutschland und vielfältige Kontakte zu einzelnen Projekten und Akteur(inn)en (vgl. v.a. das Projekt Integrationslotsen: Modelle von Engagement und Integration).

Zielsetzung

Die Facharbeitsgruppe "Teilhabe von Frauen und Mädchen am gesellschaftlichen Leben" des Rüsselsheimer Integrationsbündnisses hatte sich eingehend mit der Thematik von Integrationslotsenprojekten befasst und empfohlen, in Rüsselsheim ein Integrationslotsinnennetzwerk in den Feldern Sprachförderung und Alltagsintegration aufzubauen.

Der Magistrat der Stadt Rüsselsheim ist dieser Empfehlung gefolgt und hat INBAS-Sozialforschung beauftragt, den Prozess der Konzeptentwicklung zu begleiten und zu unterstützen.

Der Auftrag zielte auf die Begleitung und Unterstützung bei der Erstellung einer Projektkonzeption für das Netzwerk Integrationslotsinnen und Integrationslotsen Rüsselsheim unter Berücksichtigung der bereits vorhandenen Ansätze und Vorarbeiten sowie des spezifischen Spektrums relevanter Akteurinnen und Akteure in Rüsselsheim.

Die Projektkonzeption sollte konkrete und praxisbezogene Schritte der Strukturentwicklung und Umsetzung des Netzwerks Integrationslotsinnen und Integrationslotsen Rüsselsheim enthalten. Darüber hinaus sollten Fördermöglichkeiten eruiert und ein Förderantrag für die Aufbau- und Umsetzungsphase des Projektes erstellt werden.

Arbeitsweise

Das Projekt bestand zunächst in der fachlichen Beratung der Facharbeitsgruppe im Rahmen persönlicher Treffen in Rüsselsheim. Im Einzelnen beinhaltete die Konzeptentwicklung folgende Arbeitsschritte:

  • Abstimmung über ein Grobkonzept für das Integrationslotsinnennetzwerk Rüsselsheim, das die wesentlichen Ziele und Inhalte enthält.
  • Abstimmung eines detaillierten Konzeptes auf der Grundlage einer Übersicht über Förderprogramme und Finanzierungsmöglichkeiten, die für die Umsetzung des Konzeptes für das Integrationslotsinnenprojekt oder Teilbereiche daraus in Frage kommen.
  • Entwurf eines Projekt- und Finanzplans im Rahmen des ausgewählten Förderprogramms, der die folgenden Punkte beinhaltet: Akteure, Aktivitäten, Zielgruppen, Teilprojekte, Zeitplan und Prioritätenliste, Kommunikations- und Kooperationsstrukturen etc.
  • Abstimmung über den zu stellenden Förderantrag auf der Grundlage des Entwurfs für einen Projekt- und Finanzplan.

Ergebnisse

Im Ergebnis berücksichtigte die Projektkonzeption die folgenden Punkte:

  • Rahmenbedingungen

    • Ressourcenausstattung (Finanzmittel, Räume und hauptamtliche Koordination)
    • fachliche, soziale und interkulturelle Kompetenzen der Integrationslotsinnen
    • Anforderungen an Begleitung, Weiterbildung und Qualifizierung der Integrationslotsinnen
    • Auslagenerstattung und Vergütung

  • Strukturelle Anbindung und Vernetzung des Netzwerks
  • Gewinnung und Bindung von Integrationslotsinnen
  • Einsatzfelder und Vermittlung der IntegrationslotsinnenFinanzplan für die Förderperiode

Für die Aufbau- und Umsetzungsphase des Projektes wurde ein Förderantrag beim Land Hessen erstellt, der erfolgreich war.

Während der dreijährigen Projektlaufzeit (Juli 2010 bis Juni 2013) übernahm INBAS-Sozialforschung die kontinuierliche Beratung und Begleitung der Projektbeteiligten bei der Konzeptumsetzung und der Entwicklung eines Nachhaltigkeitskonzepts. 

Informationen über das Rüsselsheimer Netzwerk der Integrationslotsinnen und Integrationslotsen finden sich unter http://www.ruesselsheim.de/Ruesselsheimer-Netzwerk-der-In.html.

Ansprechpartnerin

Susanne Huth