Integrationslotsen: Modelle von Engagement und Integration

Bestandsaufnahme, Workshop und Entwicklung kommunaler Umsetzungsstrategien

Auftraggeber

Das Projekt wurde von der Robert Bosch Stiftung gefördert.

Partner

Der Workshop wurde in Kooperation mit der Landeshauptstadt Hannover und der AG Migration/Integration des Bundesnetzwerks Bürgerschaftliches Engagement (BBE) durchgeführt.

Laufzeit

2007

Hintergrund

Anfang der 2000er Jahre wurden in Deutschland in zahlreichen Kommunen und einzelnen Bundesländern Projekte initiiert, die die Integration von Neuzugewanderten und teilweise auch von langjährig in Deutschland lebenden Migrant(inn)en durch ehrenamtliche Integrationslots(inn)en, -pat(inn)en oder -begleiter/innen fördern sollten.

  • Das Bundesamt für Migration und Flüchtlinge förderte bspw. als gemeinwesenorientierte wohnumfeldbezogene Projekte auch Lotsenprojekte
  • in den Fach- und Fördergrundsätze des hessischen Landesprogramms "Förderung von Integrationsmaßnahmen" wurde der Einsatz von Integrationslots(inn)en ausdrücklich als Fördergegenstand genannt und
  • das Land Baden-Württemberg hatte ein dreijähriges Modellprojekt zur ehrenamtlichen Integrationsbegleitung aufgelegt.

Insgesamt zeichneten sich verschiedene Konzeptionen, Zielsetzungen, Zielgruppen, Themenstellungen und Ausrichtungen dieser Projekte ab, die bis dato noch nicht vergleichend analysiert wurden und über die noch kein Erfahrungsaustausch stattgefunden hatte, sodass Kommunen, die ähnliche Projekte anstrebten, nicht aus den Erfahrungen der bereits laufenden Projekte lernen konnten.

Zielsetzung

Das Projekt mündete in einem bundesweiten qualifizierten Erfahrungsaustausch über bestehende Integrationslotsenprojekte am 26. und 27. September 2007 in Hannover auf Grundlage einer Expertise über Integrationslotsenprojekte in Deutschland.

Die Zielsetzung bestand in der Entwicklung von Umsetzungsstrategien, um für Kommunen und Bundesländer eine fundierte Planungsgrundlage für die Initiierung eigener Integrationslotsenprojekte zu liefern, die wesentliche Beiträge zu einer erfolgreichen und nachhaltigen Integration von Migrant(inn)en durch die Begleitung von ehrenamtlichen Lots(inn)en versprechen.

Im Rahmen der dem Workshop vorgeschalteten Expertise wurden Lotsen-/Paten- und Mentorenansätze recherchiert, vergleichend analysiert und einer kritischen Prüfung unterzogen, um zu ermitteln, was und unter welchen Voraussetzungen dafür oder auch dagegen spricht, solche Projekte umzusetzen und wie sie sich in ihrer Wirkung zu möglichen alternativen Herangehensweisen der Integrationsförderung verhalten.

Arbeitsweise

Im Rahmen der Expertise wurden die zu untersuchenden Projekte hinsichtlich der folgenden Punkte unterschieden:

  • die Zielgruppen der Projekte; so richten sich einige bspw. an bestimmte Zuwanderergruppen (Neuzuwanderer, Aussiedler/innen, bereits länger rechtmäßig in Deutschland lebende Migrant(inn)en im Sinne nachholender Integration, Frauen oder Senior(inn)en)
  • die thematische Ausrichtung der Projekte; so sind einige Projekte bspw. im Gesundheits- oder Bildungs- und Ausbildungsbereich angesiedelt oder es handelt sich um themenübergreifende Projektansätze zur (Alltags-) Integration
  • die Betreuungsform; so sind einige Projekte in der Form von 1 zu 1 Begleitungen konzipiert, andere sozialräumlich verankert (Vermittler/innen, dezentrale Lots(inn)en im Stadtteil, Anlauf-/Scharnierstellen)

Entsprechend dieser drei Unterscheidungslinien flossen 35 Projekte mit den unterschiedlichsten Zielgruppen, Themenstellungen und Betreuungsformen in die Expertise ein.

Diese vergleichende Analyse bestehender Integrationslotsenprojekte in Deutschland wurde durch Internetrecherchen und telefonische Expert(inn)engespräche mit Projektverantwortlichen durchgeführt. Im Mittelpunkt dieser Recherchen standen auch die Fragen danach, welche Gruppen von Migrant(inn)en mit welchen Zielsetzungen von wem wie begleitet werden und welche Bedeutung diese Begleitung für ihre Integration in verschiedenen Bereichen hat (alltagspraktische, sprachliche, berufliche, Bildungs-, kulturelle und soziale Integration), sowie wie und unter welchen Zielsetzungen ehrenamtliche Integrationslots(inn)en geschult werden. Dabei wurden auch - sowie vorhanden - Evaluationsberichte und Projektauswertungen einbezogen.

Im Rahmen von 10 explorativen Fallstudien wurden darüber hinaus Gruppengespräche und Individualbefragung mit Migrant(inn)en und Integrationslots(inn)en durchgeführt, um persönliche Integrationsverläufe, Beziehungs- und Rollenmuster zwischen Integrationlots(inn)en und Gelotsten, Motivlagen und persönliche Beurteilungen in die Expertise aufnehmen zu können.

Die Expertise war die Grundlage für einen zweitätigen Erfahrungsaustauschs am 26. und 27. September 2007 in Hannover zur Entwicklung von Umsetzungsstrategien, in dessen Rahmen Projekte mit verschiedenen Konzeptionen, Rahmenbedingungen und Zielsetzungen vorgestellt und in Hinsicht auf mögliche Transfer- und Anpassungsmöglichkeiten für andere Kommunen und Länder diskutiert wurden. In praxisorientierten Umsetzungsforen erhielten die Teilnehmer/innen auf Grundlage der vorgestellten Projekte die Möglichkeit, Konzeptionen für die Initiierung und Umsetzung von Integrationslotsenprojekte in ihren Kommunen und Bundesländer zu erarbeiten.

Ergebnisse

Als Ergebnisse wurden eine Expertise in Form einer schriftlich vergleichenden Analyse vorhandener Integrationslotsenprojekte und eine Dokumentation des Erfahrungsaustauschs in Hannover mit Empfehlungen für Kommunen und Bundesländer erstellt.

Download Expertise (pdf)

Download Workshopdokumentation (pdf)

 

 

Ansprechpartnerin

Susanne Huth