Bürgerschaftliches Engagement in der Sprachförderung von Migrantinnen und Migranten

 

 

Auftraggeber

Laufzeit

2007

Hintergrund

Im Mittelpunkt der Expertise stand die faktische und die potenzielle Rolle des bürgerschaftlichen Engagements in der Sprachförderung von Migrantinnen und Migranten. Neben institutionellen Angeboten der Sprachförderung, die von professionellen Kräften durchgeführt werden, gibt es eine Vielzahl von Angeboten, die im Rahmen bürgerschaftlichen Engagements erbracht werden und bis dato noch keiner systematischen Analyse unterzogen wurden. Unter Sprachförderung ist dabei die Förderung von Deutsch als Zweitsprache unter Berücksichtigung der Förderung der Muttersprache bzw. Mehrsprachigkeit zu verstehen.

Zielsetzung

Anhand der Exploration von drei Sozialräumen – einer Großstadt, einer mittelgroßen Stadt und einem Landkreis – wurden die folgenden Punkte bearbeitet:

  • gegenwärtige Rolle des bürgerschaftlichen Engagements in der Sprachförderung
  • Übersicht über vorhandene Ansätze, Modellprojekte und ihre Träger
  • Analyse der Ansätze und Projekte und Identifikation von geeigneten Engagementformen
  • Analyse förderlicher und hinderlicher Rahmenbedingungen und Strukturen
  • Möglichkeiten einer verstärkten Einbeziehung und Nutzung des Potenzials von bürgerschaftlichem Engagement in der Sprachförderung

Arbeitsweise

In den drei Sozialräumen wurden Netzwerkanalysen in Form eines Mapping-Verfahrens durchgeführt, um die relevanten Angebote und Träger im Bereich der Sprachförderung durch bürgerschaftliches Engagement und deren Vernetzungsstrukturen zu analysieren. Grundlage der Netzwerkanalysen bildeten Internetrecherchen und Expert(inn)eninterviews in Kommunalverwaltungen, Bildungseinrichtungen, mit Quartiersmanager(inne)n und anderen Schlüsselpersonen, um die Organisations- und Vernetzungsstrukturen von Angeboten in den Bildungseinrichtungen mit informellen, durch bürgerschaftliches Engagement getragenen Sprachförderangeboten, -aktivitäten und Sprachlerngelegenheiten zu erfassen. Ein solches Verfahren erlaubt es, die non-formalen und informellen Angebote zur Sprachförderung von Migrantinnen und Migranten in den Sozialräumen detailliert abzubilden.

Die damit identifizierten Angebote und Träger sowie bürgerschaftliche Initiativen zur Sprachförderung und ihre Entwicklung wurden anhand von Dokumentenanalysen und leitfadengestützten telefonischen Interviews detailliert erfasst. So ließen sich unterschiedliche Organisationsformen und -entwicklungen sowie ihre Konzeptionen, Rahmenbedingungen und Strukturen typologisieren, förderliche und hinderliche Rahmenbedingungen analysieren und Möglichkeiten zu einer stärkeren Einbeziehung und Nutzung des Potenzials von bürgerschaftlichem Engagement explorieren. Ergänzt wurde diese Analyse durch besonders herausragende good-practice Projekte in Deutschland und dem Ausland.

Ergebnisse

Die Expertise wurde Ende März 2007 vorgelegt und steht hier zum Download zur Verfügung: 

Huth, Susanne/Schumacher, Jürgen (2007): Bürgerschaftliches Engagement in der Sprachförderung von Migrantinnen und Migranten. Expertise im Auftrag des Bundesamts für Migration und Flüchtlinge. INBAS-Sozialforschung. Frankfurt am Main. (pdf 620 Kb)

Ansprechpartner/in

Dr. Jürgen Schumacher

Susanne Huth