Handbuch für die Freiwilligenarbeit von und mit älteren Menschen

Praxisbeiträge zum bürgerschaftlichen Engagement im Dritten Lebensalter, Band 11:

Jürgen Schumacher und Karin Stiehr: Handbuch für die Freiwilligenarbeit von und mit älteren Menschen - Ergebnisse des Projekts "Seniorengerechte Rahmenbedingungen für das soziale Ehrenamt"

eine Veröffentlichung der Bundesarbeitsgemeinschaft Seniorenbüros (BaS), Bonn,
herausgegeben vom Institut für Soziale Infrastruktur (ISIS), Frankfurt am Main,
erschienen im Verlag Peter Wiehl Stuttgart/Marburg/Erfurt

Die Veröffentlichung der "Praxisbeiträge zum bürgerschaftlichen Engagement im Dritten Lebensalter" wird vom Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend finanziell gefördert.

Hier haben Sie die Möglichkeit, sich die einzelnen Kapitel des Buches als pfd-Dokumente herunter zu laden:

Inhalt und Vorwort (42 Kb)

1. Einleitung (26 Kb)

2. Institutionelle Voraussetzungen für den Einsatz Freiwilliger (85 Kb)

2.1 Basisleistungen
2.2 Arbeitsorganisatorische Voraussetzungen
2.3 Resümee

3. Maßnahmen zur Unterstützung freiwilliger Mitarbeit (174 Kb)

3.1 Aufnahme neuer Freiwilliger
3.2 Fachliche Begleitung und Fortbildung von Freiwilligen
3.3 Bedingungen für eine konstruktive Zusammenarbeit von Hauptamtlichen 
       und Freiwilligen
3.4 Zeitliche Strukturen des freiwilligen sozialen Engagements
3.5 Gestaltung der "Arbeitsplätze" von Freiwilligen
3.6 Formen der Anerkennung freiwilliger Mitarbeit
3.7 Resümee

4. Arbeitsmaterialien Kapitel 4.1 bis 4.3.1 (160 Kb) Kapitel 4.3.2 bis 4.6 (202 Kb)

4.1 Muster: Formular zur Erstattung entstandener Auslagen 
4.2 Informationsmaterial: Die gesetzliche Unfallversicherung für Freiwillige in 
       sozialen Organisationen
4.3 Informationsmaterial: Haftungsrisiken und ihre Versicherung für Freiwillige in 
       sozialen Organisationen
4.4 Leitfaden: Erstgespräch mit interessierten Freiwilligen
4.5 Muster: Merkblatt für Freiwillige in sozialen Organisationen
4.6 Literatur zur Gestaltung von Rahmenbedingungen für Freiwillige

 

Vorwort

In einer Chronik über meinen Vorfahren, Christian Wienberg, geboren 1802, heißt es: "er war in seinem Fach ein bedeutender Handwerker. ... Er war reich geworden und hatte eine Reihe von Ehrenämtern." Das sei die Krönung seines Lebens gewesen, nicht nur wegen der Ämter, sondern vor allem der damit verbundenen Ehre, im Rat der Stadt, im Vorstand der Zunft, im Verein zur Hilfe der Armen und Alten und insbesondere im Kirchenvorstand des Domes mitzuwirken. Zum Ehrenamt konnte man sich nicht drängen, man wurde berufen, nahm die Ämter mit Stolz an und war verpflichtet, einen großen Teil des eigenen Vermögens für die mit den Ehrenämtern verbundenen Aufgaben selbst zu tragen und zu spenden. Ein - oder mehrere - Ehrenämter musste man sich leisten können. Die "Rahmenbedingungen" waren jeweils nahezu unveränderlich vorgegeben. So war es damals.

Die Wohlfahrtsverbände, Kirchen und politischen Infrastrukturen haben bis in die jüngste Vergangenheit und zum Teil noch gegenwärtig von diesem Bewusstsein gelebt.

Erst zu Beginn der 90er-Jahre hat es in Deutschland einen Perspektivenwandel gegeben. Er war einerseits durch die Finanznot der Kommunen entstanden, wurde aber andererseits auch durch ein neues Modellprogramm des Bundesministeriums für Familie, Senioren, Frauen und Jugend gefördert, nämlich durch die Errichtung von 44 Seniorenbüros in den alten und neuen Bundesländern. Hinzu kamen die sozialpolitisch orientierten Seniorenbeiräte/-vertretungen und die zunehmende Freiwilligenarbeit aller Altersgruppen.

Das ehrenamtliche Engagement sollte gefördert werden und für alle möglich sein. Jede und jeder müsse es sich leisten können und es müsse den eigenen Kompetenzen, Erfahrungen, Bedürfnissen und Interessen gerecht werden. Das partizipative Selbstverständnis forderte flache Hierarchien, ernst genommene Mitwirkungsmöglichkeiten und rollengerechte Beziehungsformen in der triangulären Struktur von beruflicher, freiwilliger und ehrenamtlich leitender Arbeit.

Neben der Diskussion um Grundlagen und Konzepte des freiwilligen ehrenamtlichen Engagements findet bis heute eine noch nicht zufrieden stellend gelöste Debatte zu den Rahmenbedingungen für eine den sozialen Bereich stärkende und bereichernde Gestaltung des Gesamtrahmens sozialer Arbeit statt, in welchem das, was z. B. wir Senioren ehrenamtlich leisten, Erfolg und Anerkennung finden.

Die BaS ist dem Institut für Soziale Infrastruktur (ISIS) sehr dankbar, diese Debatte aufgearbeitet zu haben und mit diesem Buch sehr gute Handreichungen für die Gestaltung von Rahmenbedingungen zu geben. Wir würden es sehr begrüßen, Ihre Rückmeldungen zur Handhabung der hier vorgestellten Vorschläge zu erfahren.

Christian Wienberg
(Vorsitzender der BaS)

 

© 2003 INBAS-Sozialforschung, Frankfurt am Main